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21. Februar 2010 Alter: 197 Tage

50 Jahre DRK Wissingen

Von: Bärbel Recker-Preuin

Die Hilfe für die Bürger ruht auf vielen Säulen

Sie gründeten am 8. Februar 1960 den DRK Ortsverein Wissingen, v.l. Paul Schigiel, Karl-Heinz Markus, Günther Pilgrim, Artur Luzer, Ilse Schäfer und Margret Driftmeyer. Seit 10 Jahren ist Guido Halfter (2. Reihe) Vorsitzender

„Die beste Idee des DRK sind die Sanitäter vor Ort,“ sagt Paul Schigiel, „bei diesen Einsätzen merken die Helfer, dass ihre Arbeit direkt bei den Mitbürgern ankommt.“ Wie viele Einsätze der ehemalige Bereitschaftsleiter gefahren hat, sind nicht mehr nachzuzählen, viele sind aber in bester Erinnerung. Er ist gewissermaßen Mann der ersten Stunde und noch heute zur Stelle,  wenn es darauf  ankommt. Heute vor 50 Jahren unterzeichnete er mit 14 weiteren Wissingern die Gründungsurkunde für den DRK Ortsverein Wissingen.

Paul Schigiel ist länger DRK-Aktiver als sein Ortsverein alt ist. 1954 wurde er Mitglied im DRK Schledehausen, nicht nur als förderndes Mitglied, sondern aktiv, heute seit mehr als 56 Jahren. Mit Margret Driftmeyer, Ilse Schäfer, Wilhelmine Pihl, Karl-Heinz Markus, Günther Pilgrim und Artur Luzer fuhr er zu den Dienstabenden nach Schledehausen. Da lag es nahe, bald an einen eigenen Ortsverein zu denken. Diese Idee fand schnell weitere Mitstreiter. „Die Not der Kriegs- und Nachkriegszeit war damals noch sehr im Bewusstsein. Es war selbstverständlich, sich gegenseitig zu helfen,“ sagt Paul Schigiel. Er verbirgt nicht die Enttäuschung darüber, dass die Zeiten des selbstlosen Einsatzes anscheinend vielfach vorbei sind.

15 Bürger unterzeichneten am 8. Februar 1960 die Urkunde zur Gründung des DRK Wissingen. Erster Vorsitzender wurde Herbert Piel. Schon nach einem Jahr trat der junge Verein mit 40 Aktiven an. Einmal pro Woche traf man sich in der ehemaligen Gaststätte Vorpahl. Die Sanitätsgruppe wurde in die Hilfszugabteilung des Landesverbandes aufgenommen. Im Februar 1962 kam es zum ersten großen Einsatz. 12 Wissinger halfen bei der  Sturmflugkatastrophe in Hamburg. Mit dabei war natürlich  Paul Schigiel, so wie danach noch bei  den Elbeüberflutungen 2002 und 2006.

Die Arbeit des Ortsvereins ruht auf mehreren Säulen.  1970 wurde in Wissingen der Technische Zug für den Kreisverband Osnabrück–Land gegründet. Wilfried Tiemann und Paul Schigiel übernahmen die Leitung. Dieses spezielle Aufgabenfeld wurde auch nach der Neuorganisation des Rettungswesens in Wissingen  weitergeführt. Seit 1994 stellt der Ortsverein die Gruppe „Technik und Sicherheit“  im Einsatzzug 2 des Kreisverbandes Osnabrück-Land. Verantwortlich ist Heinrich Wiele, seit 1970 DRK-Mitglied, seit 1974 Gruppenführer und seit 1995 Bereitschaftsleiter.

Trotz der technischen Dominanz brauchen sich die anderen Arbeitsbereiche nicht zu verstecken.  Der Sanitätszug rückt jährlich zu rund 100 Einsätzen aus. Sechs Sanitäter vor Ort sind in Zusammenarbeit mit ihren Schledehauser  Kameraden häufig als erste zur reden Stelle, wenn Bürger in gesundheitliche Not geraten.  „Die Sanitäter haben bei diesen Einsätzen den direkten Kontakt zu ihren Mitbürgern und sind ihre ersten Ansprechpartner. Das ist eine ganz besondere Aufgabe,“ sagt Heinrich Wiele. Dass ein wieder gesund gewordenes Unfallopfer den Helfern über die Neue Osnabrücker Zeitung seinen Dank aussprach, bleibt für den Bereitschaftsleiter das schönste Erlebnis seiner 40 DRK-Jahre.

Die Sozialarbeit übernimmt drei Blutspendetermine  pro Jahr,  zu denen jeweils rund 150 Bürger kommen.

Helga Hoffmann ist gute Seele im Cafe „Gute Laune“. Einmal im Monat treffen sich die Wissinger Senioren.

Dann gibt es seit rund 25 Jahren noch die Krümelbande, das Jugendrotkreuz.

Natürlich ist auch das Schattendasein im Nebenraum einer Gaststätte längst vorbei. Heute ist das ehemalige Gebäude der Volksbank am Sandweg DRK-Domizil.  

Knapp 300 Mitglieder gehören dem Ortsverein an. „Das dürften natürlich gern mehr werden, ganz besonders die Zahl der Aktiven müsste steigen,“  bemerkt Wiele.  „Wir werden gebeten, viele Veranstaltungen zu begleiten,  aber nur wenige Menschen sind bereit, selbst Verantwortung zu übernehmen und sich ausbilden zu lassen,“ so Heinrich Wiele.

Zwar ist mit 22 die Zahl der Aktiven überschaubar, doch die sind in der Lage, vieles zu leisten, auch beim Feiern. In jedem Jahr wird zum Familienfest eingeladen. Mit diesem Fest soll auch das 50-jährige Jubiläum am Sonntag, 5. September gebührend gefeiert werden.

Text und Foto: Bärbel Recker-Preuin